Fliegendes Spaghettimonster

Vater Vsevolod aus Kasachstan

Vater Vsevolod

Es ist schon eine ganze Weile her, als Vater Vsevolod um Hilfe gebeten hatte.
Jetzt hat er sich wieder gemeldet und gibt uns einen kleinen Einblick, was seither geschehen ist. Unsere Apostille hat leider nicht zur Anerkennung verholfen, aber auch ohne Anerkennung entwickelt sich das kasachische Pastafaritum.

Ich hatte noch um ein paar Ergänzungen gebeten, die dann auch gekommen sind. Was ihr hier lest, ist sind die wichtigsten Auszüge aus beiden Mails von Vater Vsevolod.

Lieber Bruder Spaghetus,

ich weiß nicht, was bei euch gerade passiert, aber ich habe beschlossen, euch ein Lebenszeichen zu senden.

Während die Welt hier und da langsam den Verstand verlor, ging in einer fernen Stadt in Kasachstan die Arbeit gemächlich weiter.
Schritt für Schritt half mal der eine, mal der andere Mensch auf diesem schwierigen Weg, und so sind wir schließlich bei einer Etappe angekommen, die sich „religionswissenschaftliche Expertise“ nennt.

Ich habe sehr darauf gewartet zu erfahren, zu welchem Schluss der religionswissenschaftliche Experte gekommen ist.

Und sein Fazit lautet:
Eure Organisation wird nicht zur Registrierung als religiöse Organisation empfohlen.

Begründung:
Die Idee sei eher philosophischer Natur, und die Anhänger selbst nähmen die Figur des Fliegenden Spaghettimonsters nicht ernsthaft als göttlich wahr.

Es ist interessant, wie sie das festgestellt haben …

Wie erstaunlich es doch ist, dass über 50 Menschen ihre Absichten gebündelt und ihre Bestrebungen auf ein Ziel ausgerichtet haben – auf was auch immer, …
Ganz zu schweigen davon, dass sich mindestens etwa 3000 Menschen in Kasachstan als Pastafarianer identifizieren (laut Angaben der Website VKontakte).

Grundsätzlich haben wir die Möglichkeit, außergerichtlich eine Beschwerde bzw. ein Anliegen einzureichen, damit unser Fall erneut und unter Einhaltung der formalen Anforderungen geprüft wird.
Aber das ist unglaublich zermürbend …


Nichtsdestotrotz:

Die pastafarianische Gemeinschaft hat vielleicht zum ersten Mal reale, nicht vereinzelte Gesichter bekommen und wäre durchaus in der Lage, eine Art Schiff wie die Standart zu bemannen.

Von Zeit zu Zeit gelingt es uns, uns in einer Bar zu versammeln – bei einem Glas Bier und Knoblauch-Garliki.
Den Tisch der Speisen mit einem Gebet zu segnen oder vielleicht einfach mit Lachen, mit jenem Geist, der von jeder freien Seele in der Nähe ausgeht.

Auch wenn eure Apostille letztlich nicht zu unserem Erfolg führte,ich möchte sagen, dass ich euch sehr dankbar bin, denn ihr gehört zu den wenigen Menschen auf dieser Welt, die den Pastafarianismus tatsächlich voranbringen.

P.S.

Mir gefällt eure Rubrik „Wort am Freitag“ wirklich sehr. Das ist nicht einfach nur cool – das ist eine großartige Idee.

Ich wollte euch schon lange schreiben und euch Neuigkeiten mitteilen, leider gibt es im Moment keine besseren als genau die.

………

…..wie es sich für einen wackeren Seefahrer gehört: Wenn wir spät anlegen, dann mit reicher Ladung an Neuigkeiten!

Zunächst: Unser kalenderheiliger Feiertag des Großen Universellen Verteilter Biervulkan (GVVBV) ist vorübergezogen – wie stets an jedem Freitag, dem 13.
Dieses Mal versammelte sich eine bescheidene Crew von vier Piraten und einer Piratin. Klein an Zahl, doch groß an Geist!
Im Sommer jedoch hissten wir die Flagge mit über 20 Seelen – und das war wahrlich ein Fest, das selbst die Nudeln in Ekstase versetzt hätte.

Über uns erschien zudem ein Nachrichtenbeitrag in einem lokalen russischsprachigen Online-Medium. Leider verschwand er später von YouTube – wie ein Schiff im Nebel –, da die Produktionsabteilung eingespart wurde.
Doch keine Sorge: Wir besitzen eine Kopie und ich werde sie diesem Schreiben beifügen. [Das Video befand sich nicht im Anhang. Wegen rechtlicher Bedenken hätte ich aber sowieso von einer Veröffentlichung abgesehen.]

Später erschien außerdem ein Bericht über uns in den Medien.

Und selbstverständlich, mein Bruder – veröffentlicht meine Worte wann immer Ihr es für würdig haltet! Möge es ein Zeichen unserer internationalen pastafarianischen Bruderschaft sein, das selbst die stärksten Winde nicht zerreißen können.

Solltet Ihr Euch gerade in einem kleinen Sturm des Herzens oder Geistes befinden, so denkt daran:
Selbst wenn die See unruhig ist, trägt uns doch stets die unsichtbare Nudelhand. Kein Pirat segelt allein. Und manchmal braucht selbst der tapferste Kapitän nur einen Moment, um den Kurs neu zu setzen.

Mit nudeligen Grüßen und einer ehrlichen Umarmung über die Meere hinweg,

Euer Bruder Vsevolod

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